Singer: EU gefährdet heimischen Sojaanbau und Eiweißversorgung

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Die Europaabgeordnete Christine Singer (FREIE WÄHLER) kritisiert die Pläne der Europäischen Kommission, Soja weiterhin pauschal als Rohstoff mit hohem Risiko indirekter Landnutzungsänderungen (high iLUC) einzustufen.
Bereits Anfang März hatte Singer die Kommission in einer schriftlichen Anfrage zu den fachlichen Grundlagen dieser Einstufung befragt. Die Antwort der Kommission ging erst kurz vor der heutigen Diskussion im Agrarausschuss des Europäischen Parlaments ein. Aufgrund der ausbleibenden Antwort hatte Singer das Thema zuvor auf die Tagesordnung des Agrarausschusses setzen lassen.
„Die Antwort der Kommission hat meine Bedenken nicht ausgeräumt. Die Europäische Union spricht ständig über Versorgungssicherheit, strategische Autonomie und die Stärkung heimischer Produktion. Gleichzeitig drohen Entscheidungen, die genau das Gegenteil bewirken“, erklärt Singer.
Besonders kritisch sieht sie die Auswirkungen auf die europäische Eiweißversorgung. Bei der Herstellung von Sojaöl entsteht Sojaschrot als wichtigster pflanzlicher Eiweißträger für die europäische Tierhaltung. Fällt ein wichtiger Absatzmarkt für Sojaöl weg, gerät die Wirtschaftlichkeit der heimischen Verarbeitung unter Druck.
„Erst vor wenigen Tagen habe ich einen bayerischen Biobetrieb mit Weiterverarbeitung besucht. Dort wurde mit großem Stolz berichtet, dass inzwischen rund 5.000 Hektar Bio-Soja und insgesamt mehr als 22.000 Hektar Soja in Bayern angebaut werden. Genau solche regionalen Wertschöpfungsketten und Kreisläufe sollten wir stärken statt schwächen“, so Singer.
Besonders unverständlich ist für die Europaabgeordnete, dass die Kommission trotz der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) an einer pauschalen Einstufung festhält. „Wenn Herkunft und Nachhaltigkeit bereits nachgewiesen werden müssen, stellt sich die Frage, warum die EU dennoch auf pauschale Bewertungen setzt, die heimische Produktion und Verarbeitung benachteiligen.“
Singer warnt davor, dass die geplante Regelung den europäischen Sojaanbau unattraktiver machen und damit den Zielen des angekündigten EU-Proteinplans direkt widersprechen könnte.
„Europa braucht mehr regionale Kreisläufe und weniger neue Abhängigkeiten. Die geplante Einstufung droht genau das Gegenteil zu erreichen.“
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