Rentenreform: Faire Finanzierung statt Minijob-Abschaffung

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Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren ist kein Luxus, sondern Grundprinzip sozialer Gerechtigkeit. Wer sein Berufsleben lang Beiträge zahlt und dies oft schon als Teenager, verdient einen würdevollen, fairen Übergang in den Ruhestand. Gerade Frauen arbeiten immer öfter in Teilzeit, Minijobs oder aus Lebenslagen heraus mit niedrigen Einkommen und bleiben dennoch lange verpflichtet. Eine Abschaffung trifft sie besonders hart.
Eine Abschaffung würde vor allem jene treffen, die früh ins Arbeitsleben eingestiegen sind, häufig schwere, körperliche Arbeit leisten und oft unter geschlechtsspezifischen Lohndifferenzen leiden. Gleichzeitig bleibt die Ungleichheit bestehen: Lebenserwartung wächst, verteilet sich aber nicht gerecht. Frauen arbeiten häufiger in Regionen oder Branchen mit niedrigerem Verdienst. Sollen sie dann länger arbeiten müssen? Der Druck trifft sie oft doppelt.
Die Verknüpfung von Renteneintrittsalter und Lebenserwartung greift zu kurz und verschärft soziale Spaltung, statt sie zu überwinden. Beamtinnen und Beamte bleiben außerhalb des Systems geschützt, während Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer, Selbstständige und Abgeordnete in die Rentenkasse einzahlen. Eine echte Reform muss alle Erwerbstätigen einbeziehen und geschlechterspezifische Belastungen berücksichtigen.
Die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren ist kein Privileg, sondern Anerkennung lebenslanger Arbeit. Die abschlagsfreie Rente muss erhalten bleiben. Gerade Frauen benötigen faire Rahmenbedingungen: gleicher Lohn für gleiche Arbeit, bessere Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit, weniger anteilige Abschläge durch Unterbrechungen. Alle Erwerbstätigen sollten künftig in ein gemeinsames Rentensystem einzahlen; längere Arbeitszeiten und höhere Belastungen dürfen nicht einseitig den heutigen Beitragszahlern aufgebürdet werden.
Je niedriger das Einkommen und je härter die Arbeit, desto größer ist der Preis der Reform und es trifft Frauen oft stärker.
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