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Gesundheit
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Unabhängigkeit der Freien Berufe erhalten

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FREIE WÄHLER Bundesvorsitzender und Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat beim Parlamentarischen Abend des Verbands Freier Berufe in Bayern e.V. in München für eine Stärkung der Freien Berufe und den Schutz ihrer Unabhängigkeit geworben. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage nach den Auswirkungen von Fremdbesitz und externen Kapitalbeteiligungen.

Aiwanger: „Die Freien Berufe stehen für Qualität, Vertrauen, persönliche Verantwortung und fachliche Unabhängigkeit. Das macht sie zu einem unverzichtbaren Grundpfeiler unserer Wirtschaft und Gesellschaft. Deshalb müssen wir sehr genau hinschauen, wenn Finanzinvestoren zunehmend Einfluss auf freiberufliche Strukturen nehmen. Wir wollen die Freien Berufe überall dort stärken, wo ihre Unabhängigkeit und ihre Gemeinwohlorientierung gefährdet sind. Das gilt insbesondere für den Gesundheitsbereich. Beteiligungen können zwar dringend benötigte Investitionen ermöglichen, etwa in Digitalisierung und moderne medizinische Technologien. Gleichzeitig darf wirtschaftlicher Renditedruck nicht dazu führen, dass fachliche Entscheidungen und die Versorgung der Menschen in den Hintergrund treten. Wir brauchen schlagkräftige freie Berufe, einen starken unabhängigen Mittelstand und müssen vermeiden, dass am Ende Finanzinvestoren aus Übersee diktieren, wer noch welche Leistung erhält.“

Der Minister betonte, dass die Freien Berufe eine erhebliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung haben. Knapp 1,5 Millionen selbstständige Freiberufler erwirtschaften zusammen mit ihren knapp 4,8 Millionen Beschäftigten rund zehn Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Zugleich stehen die Freien Berufe vor großen Herausforderungen: Fachkräftemangel, Nachwuchs- und Nachfolgeprobleme, zunehmende Bürokratie sowie die fortschreitende Digitalisierung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz verändern die Rahmenbedingungen. Hier warb der Minister dafür: „Trauen Sie sich, vorne mitzuspielen, auf Hightech zu setzen – und sagen Sie der Politik noch deutlicher, welche Rahmenbedingungen Sie brauchen.“

Besonders aufmerksam beobachtet Aiwanger die Entwicklung im Gesundheitsbereich. Private-Equity-Gesellschaften haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Arzt- und Zahnarztpraxen aufgekauft und in größeren Strukturen zusammengeführt. Bayern verfügt inzwischen über mehr als 1.000 medizinische Versorgungszentren (MVZ), wobei hinter etwa jedem fünften MVZ eine Private-Equity-Gesellschaft steht. Gleichzeitig ist die Zahl der angestellten Ärzte seit 2015 deutlich gestiegen.

„Wir wollen die Freien Berufe zukunftsfähig aufstellen und gleichzeitig ihre fachliche Unabhängigkeit sichern“, so Aiwanger. Das Bayerische Wirtschaftsministerium hatte sich in einem Bundesratsverfahren bereits erfolgreich für eine Stärkung des Fremdbesitzverbots bei Steuerberatern eingesetzt.


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