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Gesundheit
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Sauberes Wasser und Versorgungssicherheit bei Arzneimitteln erhalten – Christine Singer MdEP besucht Sandoz

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Europaabgeordnete Christine Singer (FREIE WÄHLER) hat den Pharmastandort Sandoz in Holzkirchen auf Einladung von Susanne Lamminger, Vorstandsmitglied der Hexal AG, besucht. Im Mittelpunkt standen die Bedeutung von Generika für die medizinische Grundversorgung sowie die Auswirkungen der neuen EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL).

Die EU hat 2024 die Kommunalabwasserrichtlinie beschlossen. Sie sieht vor, dass Kläranlagen unter bestimmten Voraussetzungen um eine vierte Reinigungsstufe erweitert werden müssen, um Spurenstoffe besser aus dem Abwasser zu entfernen. Die entstehenden Kosten sollen zwischen den Inverkehrbringern von Medikamenten und Kosmetik sowie den Kommunen aufgeteilt werden.

Die KARL bringt Umwelt- und Versorgungspolitik in ein Spannungsverhältnis: Mehr Gewässerschutz kann in der aktuellen Ausgestaltung zulasten der Arzneimittelversorgung gehen.
Klar ist: Eine zusätzliche Reinigungsstufe verursacht Kosten, die bezahlt werden müssen.

„Generika sichern einen großen Teil der medizinischen Versorgung – und das zu sehr günstigen Preisen. Gleichzeitig wächst der wirtschaftliche Druck auf die Hersteller“, so Christine Singer.

Beim Austausch in Holzkirchen wurde deutlich, dass genau dieses Spannungsfeld zunehmend zur Herausforderung für die Versorgung wird. Während die Preise für Generika weiter sinken, steigen Energie- und Lohnkosten sowie bürokratische Anforderungen. Dadurch verschärfen sich die europäischen Standortnachteile gegenüber Drittstaaten – mit direkten Auswirkungen auf die Verfügbarkeit wichtiger Medikamente.

„Wir sehen schon heute Lieferengpässe bei wichtigen Medikamenten. Wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter verschlechtern, wird sich diese Situation verschärfen“, warnt Singer. Wie schnell sich Engpässe auswirken, hat sich bereits gezeigt: Vor zwei Jahren fehlten zeitweise Fiebersäfte für Kinder, eine Situation, die viele Familien unmittelbar gespürt haben.

Eine verlässliche Versorgung mit Arzneimitteln ist grundsätzlich von zentraler Bedeutung und zeigt sich besonders in Krisenzeiten oder bei Naturkatastrophen.

Nach Einschätzung aus der Praxis drohen durch die konkrete Ausgestaltung der Richtlinie erhebliche Zusatzkosten. Für Deutschland werden jährliche Belastungen von bis zu einer Milliarde Euro erwartet. Die Kosten sollen über die erweiterte Herstellerverantwortung zum großen Teil auf Pharma- und Kosmetikunternehmen umgelegt werden.

Besonders betroffen sind Generikahersteller, da der Finanzierungsmechanismus volumenbasiert angelegt ist. Da die Preise für verschreibungspflichtige Generika durch die gesetzlichen Krankenversicherungen stark reguliert sind, können zusätzliche Kosten kaum weitergegeben werden. Die Folge könnten wirtschaftliche Verwerfungen sein – bis hin zum Rückzug einzelner Medikamente vom Markt.

Auch im Europäischen Parlament wächst der Druck, die Umsetzung der Richtlinie kritisch zu überprüfen. Eine entsprechende Initiative zur Aussetzung („Stop the clock“) wird derzeit diskutiert.

Christine Singer unterstützt diesen Ansatz:

„Wir müssen sicherstellen, dass wir uns nicht selbst in eine Versorgungskrise hineinregulieren. Deshalb halte ich es für richtig, die Auswirkungen der Richtlinie noch einmal genau zu prüfen.“

Zugleich macht sie deutlich, wo der Handlungsbedarf liegt:

„Die Initiative muss jetzt von der Europäischen Kommission ausgehen. Deutschland sollte sich hier klar positionieren.“

Für Singer steht fest: Umweltpolitik und Versorgungssicherheit dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

„Die derzeit vorgesehene Kostenverteilung muss noch einmal kritisch überprüft werden. Wir brauchen eine Lösung, die für alle Beteiligten tragbar ist und weiterhin für sauberes Wasser sorgt – ohne die Versorgungssicherheit mit Medikamenten zu gefährden.“


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