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Landwirtschaft
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Mindestlohn-Debatte: Planungssicherheit für Sonderkulturen statt politischem Stillstand

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Brüssel, 26.03.2026

Die deutsche Agrarministerkonferenz in Bad Reichenhall ist ohne Einigung zu möglichen Ausnahmen beim Mindestlohn für die Landwirtschaft zu Ende gegangen. Dazu erklären Christine Singer und Engin Eroglu, Mitglieder des Europäischen Parlaments (FREIE WÄHLER):

„Dass die Länder beim Mindestlohn keine gemeinsame Linie finden, hilft den Betrieben in einer ohnehin angespannten Lage nicht weiter. Gerade in arbeitsintensiven Bereichen wie dem Obst-, Gemüse- oder Hopfenanbau brauchen die Betriebe Klarheit und angemessene Rahmenbedingungen“, betont Christine Singer.

Die heimische Erzeugung von Sonderkulturen steht unter wachsendem Druck. Steigende Lohnkosten in Deutschland treffen auf einen europäischen Binnenmarkt mit deutlich niedrigeren Lohnniveaus, ein herber Wettbewerbsnachteil für deutsche Betriebe.

„Wir stehen im direkten Wettbewerb innerhalb Europas, aber nicht unter vergleichbaren Bedingungen. Wir riskieren, dass die Produktion in andere Länder abwandert“, so Engin Eroglu.

Ein aktuelles arbeitsrechtliches Gutachten zeigt, dass differenzierte Regelungen beim Mindestlohn für Saisonarbeitskräfte rechtlich möglich sind, auch im Einklang mit europäischem Recht. Für Singer und Eroglu ist das ein wichtiger Ansatzpunkt.

„Saisonarbeit ist zeitlich begrenzt und unterscheidet sich grundlegend von regulären Beschäftigungsverhältnissen. Pauschale Mindestlohnregelungen werden dieser Realität nicht gerecht“, erklärt Christine Singer.

Viele Saisonarbeitskräfte sind nur für wenige Wochen oder Monate in Deutschland beschäftigt. Häufig stellen die Betriebe Unterkünfte zur Verfügung. Ihr Lebensmittelpunkt liegt in ihren Herkunftsländern, wo die Lebenshaltungskosten deutlich niedriger sind – ein wesentlicher Unterschied zu regulären Beschäftigungsverhältnissen in Deutschland.

„Wir müssen die Realität der Saisonarbeit in den Blick nehmen. Es geht nicht um Lohndumping, sondern um praktikable und faire Lösungen für alle Beteiligten. Es kann nicht sein, dass wir unsere Wirtschaft in Deutschland kaputt machen, fünf Mitgliedstaaten (Dänemark, Italien, Österreich, Finnland und Schweden) keinen Mindestlohn haben und weitere Mitgliedstaaten monatliche Mindestlöhne ab 551 Euro haben. Deutschland muss auch in der EU wettbewerbsfähig bleiben, wenn wir jetzt den wichtigen Binnenmarkt vollenden wollen und müssen.“, so Engin Eroglu.

Singer und Eroglu fordern die Bundesregierung auf, die bestehenden rechtlichen Spielräume zu nutzen und eine branchenspezifische Regelung für die Landwirtschaft zu prüfen.

„Wer regionale Lebensmittel will, muss auch die Erzeugung vor Ort sichern. Dafür braucht es politische Entscheidungen, die die Praxis ernst nehmen“, so Engin Eroglu.


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