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Europa verliert Wohlstand – jetzt entscheidet sich, ob wir handeln oder abgehängt werden

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Engin Eroglu, MdEP – Vorsitzender der China-Delegation des Europäischen Parlaments

Europa verliert Wohlstand – jetzt entscheidet sich, ob wir handeln oder abgehängt werden

Europa steht kurz vor dem informellen Gipfel am 12.02.2026 vor einer nüchternen Realität:

Der Wohlstandsverlust hat begonnen. Industrie wandert ab, Investitionen bleiben aus, Produktivität stagniert. Während die USA und China ihre Wirtschaft konsequent strategisch ausrichten, verliert sich die Europäische Union zu oft in internen Blockaden, regulatorischer Selbstbeschäftigung und in Umverteilungsmechanismen der letzten Jahrzehnte, die bestehende Schwächen zementiert haben.

Vor diesem Hintergrund ist der Schulterschluss zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ein überfälliges und richtiges Signal. Er zeigt: Es gibt politische Führungskräfte über Parteigrenzen hinweg, die erkannt haben, dass Wettbewerbsfähigkeit jetzt oberste Priorität haben muss.

„Wettbewerbsfähigkeit ist keine Ideologie. Sie ist die Voraussetzung für sozialen Zusammenhalt, ökologische Transformation und geopolitische Handlungsfähigkeit.“

Als Vorsitzender der China-Delegation des Europäischen Parlaments sehe ich täglich, wie kompromisslos der globale Wettbewerb geführt wird. China ordnet politische Entscheidungen konsequent der wirtschaftlichen Stärke unter. Die USA tun es ebenso. Europa ist der einzige große Wirtschaftsraum, der glaubt, Wohlstand verwalten zu können, ohne ihn aktiv zu sichern.

Der informelle Ratsgipfel muss deshalb mehr sein als ein Austausch guter Absichten. Europa braucht jetzt Entscheidungen, Prioritäten und Tempo. Das bedeutet nicht, andere Ziele aufzugeben – aber ohne wirtschaftliche Stärke sind alle anderen Ambitionen nicht finanzierbar.

„Ohne Wachstum gibt es keinen Klimaschutz, keinen Sozialstaat und keine strategische Autonomie.“

Handlungsfähigkeit ist kein Tabu – es braucht ein Europa der zwei Geschwindigkeiten

Sollte die Europäische Union strukturell nicht in der Lage sein, diese Reformen zeitnah umzusetzen, darf Europa nicht im Stillstand verharren.

„Handlungsfähigkeit darf nicht am Konsensfetisch scheitern. Wenn Blockaden bestehen bleiben, müssen integrations- und reformwillige Staaten vorangehen können – offen, transparent und jederzeit anschlussfähig für andere.“

Das ist kein Angriff auf die Europäische Union, sondern eine realpolitische Konsequenz aus globalem Wettbewerbsdruck. Ein Europa der zwei Geschwindigkeiten ist kein Wunschbild, sondern längst Realität. Die Frage ist nur, ob wir sie gestalten oder von ihr überrollt werden.

„Europa muss wieder produzieren, investieren und wachsen – sonst verliert es nicht nur Wohlstand, sondern auch die Menschen ihre Freiheit.“

Die vier Reformen, die jetzt umgesetzt werden müssen

  1. Konsequenter und messbarer Bürokratieabbau
  • Schluss mit der Vereinfachungsagenda der EU-Kommission. Zurück zu den Regeln, die uns Wohlstand gebracht haben – einfach gesagt: knallharte Deregulierung von heute auf morgen.
    Bestehende Berichtspflichten, Genehmigungs- und Nachweiserfordernisse müssen systematisch reduziert werden. Jede neue Regulierung braucht einen echten Nettoabbau.
  1. Vollendung des europäischen Binnenmarktes
  • Nationale Sonderwege verhindern Skalierung. Europa braucht einen echten Markt für Kapital, Dienstleistungen, Industrie und Digitalwirtschaft. Dieser innereuropäische Wettbewerb wird zur wirtschaftlichen Stärkung führen und unproduktive, subventionierte Bereiche bereinigen.
    Dies bedeutet auch: entweder ein einheitlicher europäischer Mindestlohn – oder keinen, wie zum Beispiel in Österreich, Italien, Dänemark, Finnland oder Schweden.
  1. Industrie-, handels- und energiepolitischer Realismus
  • Europa darf sich im globalen Wettbewerb nicht selbst entwaffnen. Handelspolitik muss Wertschöpfung, Investitionen und Arbeitsplätze sichern.
    Das Industriezeitalter wird abgelöst vom Zeitalter der Robotik und der Künstlichen Intelligenz. Alle bisherigen Berechnungen zum Energiebedarf der EU der letzten Jahre sind obsolet. Ohne bezahlbare Energie verliert Europa seine Basis für Wohlstand. Versorgungssicherheit und Preisstabilität müssen wieder Leitprinzipien werden.
    Ab sofort muss gelten: Was möglich ist, muss möglich gemacht werden in der Energieproduktion.
  1. Produktivität und Innovation als politische Leitlinie
  • Forschung, marktfähige Innovationen und industrielle Anwendungen müssen Vorrang vor kleinteiliger Förderlogik und planwirtschaftlichen Instrumenten bekommen.
  • Beschleunigte Genehmigungsverfahren für KI-Rechenzentren, Halbleiterfabriken und industrielle Großprojekte
  • Stärkere Verknüpfung von universitärer Forschung mit industrieller Serienproduktion, statt dauerhafter Projektförderung ohne Markteintritt
  • Steuerliche Anreize für private Investitionen in Forschung und Entwicklung, insbesondere für den Mittelstand Innovation entsteht nicht durch Verwaltung, sondern durch Umsetzung, Skalierung und Wettbewerb.

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