Die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt in Deutschland hat im vergangenen Jahr um über 7 Prozent zugenommen. Insgesamt wurden 255.000 Opfer von der Polizei registriert. Die FREIEN WÄHLER fordern deshalb die schnelle Umsetzung des geplanten Gewalthilfegesetzes. Ziel muss eine langfristige Finanzierung der Infrastruktur und Unterbringung durch den Bund sein, damit ein niedrigschwelliger Zugang zu spezialisierten Einrichtungen nicht vom Wohnort abhängt.
Andrea Menke, Mitglied des Bundesvorstandes FREIE WÄHLER: „Der erneute Anstieg der Fallzahlen zeigt, dass wir einen individuellen Rechtsanspruch auf Schutz, Beratung und Unterstützung brauchen. Dieser muss kosten-, barriere- und diskriminierungsfrei für alle gewaltbetroffenen Personen mit ihren Kindern umgesetzt werden. In Deutschland fehlen allein 14.000 Plätze in Frauenhäusern. Zusätzlich mussten viele Betroffene einen Eigenanteil für die Unterbringung bezahlen. Die Wahl darf in diesen Fällen nicht sein, dass ein ‚Zurück zur Gewalt‘ stattfindet, weil das Frauenhaus zu teuer ist.“
Für einen effektiven und umfassenden Gewaltschutz bei häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt ist zentral, dass alle Dimensionen körperlicher, sexualisierter, psychischer oder wirtschaftlicher Gewalt erfasst werden.
„Ob häusliche Gewalt vorkommt, hängt nicht vom Einkommen, der Bildungssituation, der Altersgruppe, Nationalität, Religion oder Kultur ab. Die vielfältigen Formen reichen dabei von physischer bis hin zu sexualisierter Gewalt. Opfer sind vor allem Frauen, aber auch Männer, ältere oder pflegebedürftige Menschen sowie Menschen mit Behinderung sind von häuslicher Gewalt betroffen. Wir fordern daher, dass endlich ein bundesweiter, einheitlicher und verbindlicher Rechtsrahmen für die Finanzierung von Frauenhäusern aufgesetzt wird, damit Hilfesuchende nicht länger abgewiesen werden“, so Menke weiter.