Verpflichtende Meisterbriefe sichern Attraktivität im Handwerksberuf

Aiwanger: „Meisterpflicht ausweiten und Handwerk stärken“

Hubert Aiwanger, Bundesvorsitzender FREIE WÄHLER

Der Bundesvorsitzende der FREIEN WÄHLER, Hubert Aiwanger, fordert, die Meisterpflicht für mehrere Gewerke wieder einzuführen. „Mit einem Anteil von rund 13 Prozent trägt das Handwerk weit überdurchschnittlich zur Beschäftigung in Deutschland bei. Der Meisterbrief ist ein etabliertes Qualitätskennzeichen, das wir möglichst vielen Handwerksbereichen bieten möchten. Konsumenten wie Produzenten wissen, dass der Meistertitel für herausragende Arbeit steht. Er erhöht die Attraktivität des Handwerks, insbesondere für Berufseinsteiger und sichert so den Fachkräftenachwuchs“, so Aiwanger.

Nach Angaben des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks fehlen in allen Handwerksberufen schon heute über 150.000 qualifizierte Fachkräfte. Dazu kommen im letzten Jahr 20.000 nicht besetzte Ausbildungsstellen.

„Wir müssen jungen Menschen zeigen, wie attraktiv und zukunftsträchtig der Handwerksberuf ist. Auch nach dem Abitur muss der Weg nicht zwangsläufig ins Studium führen. Vielmehr stehen nach einer Berufsausbildung im Handwerk alle Wege offen, sei es als Meister, Techniker oder im gelebten Unternehmertum als Selbständiger. Jeder Euro, der in Bildung, Ausbildung, aber auch in die Darstellung der Möglichkeiten, die das Handwerk bietet, ist gut angelegtes Geld. Mit dem Meisterbonus, den wir in Bayern schon auf 2.000 Euro erhöht haben, schaffen wir zusätzliche Anreize für eine Karriere im Handwerk. Ebenso müssen wir noch deutlicher machen, wie attraktiv es sein kann, einen Handwerksbetrieb zu übernehmen. Hier sind die jungen Unternehmensnachfolger gefordert, Chancen zu nutzen, aber auch die aktiven Betriebsleiter. Wenn diese die Weichen richtigstellen, ist es ein High-Tech-Betrieb, den sie übergeben können“, so Aiwanger.

Schon heute müssen bei Bau- und Renovierungsprojekten lange Wartezeiten eingeplant werden. Diese erschweren bereits jetzt in vielen Ballungsgebieten den dringend benötigten Wohnungsbau. Nur mit einem starken und zukunftsfähigen Handwerk können wir das Wohnungsdefizit von 1,1 Millionen Wohnungen in Deutschland nachhaltig abbauen.