Erweitertes Führungszeugnis in der Kinder- und Jugendarbeit: FREIE WÄHLER fühlen sich durch Bundestagsanhörung bestätigt

Bundesvize Schmidt: "Unnötige Hürden für die Ausübung des Ehrenamts beseitigen"

Übermäßige Bürokratie, Probleme mit dem Datenschutz und massive Verunsicherung bei Vereinen und Verbänden: Das waren die Folgen der gesetzlichen Pflicht zur Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses von Ehrenamtlichen in der Kinder- und Jugendarbeit. Gabi Schmidt, stellvertretende Vorsitzende der FREIE WÄHLER Bundesvereinigung, fordert rasche Abhilfe: "Keine Frage: Kinder und Jugendliche müssen geschützt werden. Dies darf aber nicht zu unnötig hohen Hürden für die Ausübung des Ehrenamts führen. Wir setzen uns daher für eine praxistaugliche Lösung ein." 

Genau dies war auch das Ergebnis einer Anhörung des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Bundestags: Mehrere Experten dort bestätigten die Forderung der FREIEN WÄHLER, wonach eine vereinfachte Auskunftsmöglichkeit durch das Bundeszentralregister eine praxistaugliche Lösung darstellt. "Wir fordern eine umfassende Überprüfung und praxistaugliche Neugestaltung der gesetzlichen Regelungen", so Schmidt. Einen entsprechenden Antrag hatte die FREIE WÄHLER Fraktion im Bayerischen Landtag bereits im Februar 2014 eingereicht. Darin forderte die Fraktion die Staatsregierung auf, sich auf Bundesebene für eine umfassende Überprüfung und praxistaugliche Neugestaltung der gesetzlichen Regelungen für das erweiterte Führungszeugnis für Ehrenamtliche nach § 72a SGB VIII einzusetzen. 

"Wir sehen auch die Gefahr, dass aufgrund des Führungszeugnisses eine vermeintliche Sicherheit vermittelt wird und die Notwendigkeit der Prävention künftig nicht mehr den erforderlichen Stellenwert erhält", so die Warnung von Schmidt. Vereine, Verbände und Einrichtungen müssten von Bund und Ländern in ihren Präventionsmaßnahmen zusätzlich stärker unterstützt werden. Hierzu müsse auch ein umfassendes Konzept zur Prävention von Gewalt und Missbrauch an Kindern und Jugendlichen erstellt sowie unter Einbeziehung der bestehenden Initiativen weiter entwickelt werden.