Verpasste Chance – EU-Parlament spricht sich für Verbot von Pflanzenschutzmitteln auf ökologischen Vorrangflächen aus

Ulrike Müller: „Verstärkte Abhängigkeit von Eiweiß-Importen aus Übersee ist die Folge“

Ulrike Müller, FREIE WÄHLER Europaabgeordnete

Straßburg. Das EU-Parlament hat heute den neuen Plänen der Europäischen Kommission zum sogenannten Greening zugestimmt. Das „Greening“ sieht vor, dass Betriebe, deren Ackerland mehr als 15 Hektar umfasst, mindestens 5 Prozent ihrer Flächen als ökologische Ausgleichsfläche ausweisen müssen. Die Vorschläge der Kommission enthielten neben vielen guten Vorhaben, wie Vereinfachungen des Greeningverfahrens, leider auch ein Verbot des bedarfsweisen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bei großkörnigen Leguminosen (Ackerbohne, Erbse, Linse u.a.) auf den sogenannten Ökologischen Vorrangflächen.

Die FREIE WÄHLER-Abgeordnete und agrarpolitische Sprecherin der ALDE-Fraktion im Europaparlament Ulrike Müller bedauert daher das Ergebnis der heutigen Plenarabstimmung. Am 30. Mai 2017 hatte sich auch der Agrarausschuss des Europäischen Parlamentes mit großer Mehrheit gegen die Pläne der Kommission ausgesprochen.

Müller: „Ein Verbot des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln auf den Ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) ist in vielerlei Hinsichten kontraproduktiv – nicht zuletzt auch mit Blick auf den tatsächlichen Umweltnutzen. Der Anbau von Eiweißpflanzen wie Soja und Erbsen hat seit dem Start des ‚Greenings‘ im Jahr 2015 um 75 Prozent in der EU zugenommen. Davon profitieren nicht nur Fruchtfolge und Bodenstruktur, sondern auch Bienen in Zeiten mit wenig Blütenangebot. Außerdem stärkt ihr Anbau die Vielfalt der Kulturlandschaft und die Versorgung mit heimischem Eiweißfutter. Mit dem von der Kommission vorgesehenen Verbot des bedarfsweisen Pflanzenschutzes auch beim Anbau von ÖVF-Leguminosen machen wir diese positive Entwicklung nun zunichte und werden verstärkt von Eiweiß-Importen aus Übersee abhängig. “Betroffen sind 300.00 ha ÖVF mit einem Ertrag von 1,2 Mio Tonnen.

„Aufgabe der Politik ist es Landwirten die nötige Planungssicherheit zu gewährleisten und nicht den Agrarpolitischen Rahmen in der laufenden Periode mit neue Kriterien zu verschärfen. Beides, sowohl Planungsunsicherheit für unsere Landwirte als auch eine stärkere Abhängigkeit von Importen, hätte vermieden werden können. Das Europaparlament hat diese Chance heute leider verpasst.“








Veröffentlicht am: 14.06.2017 13:45

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